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Interview mit Dr. Sherif El-Henaoui, Marketing Manager Europe, Moog Industrial
1 September 2009Moog, Böblingen
(av) Der Geschäftsbereich Moog Industrial, ein Teil des Unternehmens Moog, entwickelt und fertigt Antriebslösungen auf der Grundlage hydraulischer, elektrischer und hybrider Technologien. 2008 erwirtschaftete der Bereich mit über 33 Standorten weltweit einen Umsatz von 532 Millionen US-Dollar. Insgesamt erzielte das Unternehmen mit etwa 8800 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,9 Milliarden US-Dollar. KEM sprach mit dem Marketing Manager Europe des Geschäftsbereiches Moog Industrial, Dr. Sherif El-Henaoui.
KEM: Herr Dr. El-Henaoui, derzeit ist die Wirtschaftskrise in aller Munde. Inwiefern betrifft sie das Unternehmen Moog und seine Kunden?
Dr. El-Henaoui: So ganz kommt wohl keiner davon. Auch Moog ist betroffen, wir haben aber den Vorteil, insgesamt etwas breiter aufgestellt zu sein, sodass wir die Auswirkungen über die unterschiedlichen Zyklen unserer Märkte abfedern können. Gerade auf Industriemärkten spüren wir die Krise jedoch relativ stark: Kunden bestellen Aufträge ab oder verschieben ihre Projekte. Hinsichtlich der Dauer dieser Lage wage ich allerdings keine Prognose abzugeben.
KEM: Wie ist das Unternehmen Moog aufgestellt?
Dr. El-Henaoui: Weltweit sind wir in fünf Operating Groups aufteilt: Flugzeugsteuerung (35 Prozent des Umsatzes), Industrie (28 Prozent), Raumfahrt und Verteidigungstechnik (13 Prozent), Komponenten (18 Prozent) und Medizintechnik (5 Prozent). Der Gesamtumsatz lag 2008 bei rund 1,9 Milliarden US-Dollar. In Europa sind wir hauptsächlich im Industriegeschäft tätig, das von unseren Niederlassungen in 12 Ländern betreut wird. In Deutschland haben wir drei Standorte: neben Böblingen gibt es ein Pumpenwerk in Nürnberg. Seit Juni diesen Jahres zählt noch ein Werk in Unna zum Unternehmen. Hier werden elektrische Antriebslösungen
für die Windenergiebranche entwickelt und gefertigt.
KEM: Was bietet Moog speziell für die Kunststoffindustrie und die Metallumformung?
Dr. El-Henaoui: Wir bieten hydraulische und elektromechanische Antriebstechnik für beide Branchen. Für Kunden der Kunststoffindustrie liefern wir die Kernkomponenten für Spritzgieß- und Blasformmaschinen (Servoventile, Pumpen, Controller, elektromechanische Aktuatoren und Motoren). Hier erarbeitet Moog das Sicherheitskonzept gemeinsam mit dem Kunden. Bei Spritzgießmaschinen handelt es sich dabei im Wesentlichen um den Einspritzprozess, die Plastifizier- und Schließeinheit.
Im Bereich Blasformmaschinen geht es um Schließeinheit, Wagenbewegung und Wanddickenregelung. Für die Metallumformung liefern wir Regelungs-konzepte, Steuerblöcke, Ventile, Pumpen (Hydraulik) oder elektromechanische Aktuatoren (Motoren, Regler) für die Hauptachsen wie Blechbiegeachse, Eilgang (Geschwindigkeit und Stabilität) und Pressgang (Kraft).
KEM: Gibt es neben den klassischen Kernbereichen von Moog Industrial wie Kunststofftechnik und Metallumformung auch neue Märkte, die derzeit erschlossen werden?
Dr. El-Henaoui: Ja. In den letzten Jahren konnten wir im Bereich der Windenergie ein deutliches Wachstum verzeichnen. Unsere Produkte und Systeme ermöglichen es Herstellern und Betreibern von Windenergieanlagen, die windbedingte Belastung der Turbine auszugleichen und die Turbine bei starkem Wind zum Stillstand zu bringen. Unser Angebot umfasst elektrische und hydraulische Pitchsysteme, Schleifringe, und optische Rotorüberwachungssysteme.
Auf dem Gebiet der Testsysteme haben wir unsere Aktivitäten im
Bereich Aerospace-Testing durch einen gezielten Ausbau der Automobilbranche erweitert. Inzwischen beliefern wir beispielsweise Automobilhersteller und Testlaboratorien mit Fahrsimulatoren zur Prüfung des Fahrtkomforts oder F&E-Prüfständen zum Testen der Betriebsfestigkeit. Was unsere produktbezogenen Dienstleistungen angeht, beabsichtigen wir, unser Programm weiter auszubauen beziehungsweise zu vertiefen, so dass wir den Anforderungen unserer Endkunden noch besser gerecht werden. Der erste Schritt besteht
derzeit darin, unser Produktangebot durch Verträge über die präventive Wartung zu ergänzen.
KEM: Moog hat ein Servo-Proportionalventil mit direkter Ansteuerung entwickelt. Für welche Anwendungen empfehlen Sie dieses Modell?
Dr. El-Henaoui: Das durch einen Servomotor betätigte Servo-Proportionalventil ist das richtige Produkt für alle Anwendungen, bei denen hohe Volumenströme dynamisch und mit hoher Wiederholgenauigkeit geregelt werden müssen. Der entscheidende Vorteil: Die Dynamik für die Regelung ist unabhängig vom Betriebs- und Steuerdruck. Dadurch wird eine kurze Antwortzeit erreicht. Beispiele für Anwendungen mit solchen Anforderungen sind Prüfstände, Druckgießmaschinen oder Anlagen zur Stahlerzeugung.
September 2009
Online-Info
www.kem.de/
KEM VOR ORT
Mit dem neuen Servo-Proportionalventil können große Volumenströme mit hoher Wiederholgenauigkeit geregelt werden
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Über Moog Industrial
Moog Industrial ist Hersteller und Lieferant von hochleistungsfähigen elektrischen, hydraulischen und hybriden Antriebslösungen für industrielle Anwendungen. Unsere Experten helfen leistungsorientierten Firmen aus den Gebieten Metallumformung, Kunststoffverarbeitung, Energieerzeugung (u.a. Windenergieanlagen), Test und Simulation, Maschinen der nächsten Generation zu entwickeln. Moog Industrial erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 540 Mio. USD an den über 40 Standorten weltweit. Moog Industrial ist ein Geschäftsbereich der Moog Inc. (NYSE: MOG.A und MOG.B), dessen Umsatz 2,1 Mrd. USD in 2010 betrug.
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