Ferrari-Fahrsimulator übertrifft alle Erwartungen

Fahrsimulator von Moog sorgt für realistische Testfahrten für Ferrari-Piloten

9 Juni 2013

Nieuw Vennep, NL – ie Moog Industrial Group , ein Geschäftsbereich der Moog Inc. (NYSE: MOG.A und MOG.B) und weltweit führender Anbieter von technologisch anspruchsvollen Flugsimulations- und Testsystemen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie, hat der Scuderia Ferrari im italienischen Maranello einen neuen Fahrsimulator für die Formel-1-Abteilung geliefert.

Nach zwei Jahren Entwicklung wurde der neue dynamische Fahrsimulator an das Ferrari-F1-Team übergeben. Bestehend aus einem kompletten Softwarepaket, einem Cockpit und einer eigenen Bedienerstation bietet diese individuell auf den Fahrer zugeschnittene Antriebslösung anspruchsvolle Testmöglichkeiten. Der Fahrsimulator wird zur Trainingsstrecke. Im Vergleich zu konventionellen Fahrsimulatoren unterscheidet sich dieses System durch seine Fähigkeit, bei mit höherer Frequenz bzw. bei höherer Geschwindigkeit betrieben zu werden und damit realistischere Fahrbedingungen zu simulieren.

Ferrari beauftragte Moog mit der Herstellung eines integrierten flexiblen Simulations- und Testsystems, das die sehr speziellen und höchst anspruchsvollen Anforderungen der Formel-1-Rennwagen erfüllen sollte. Nur dank eines engen und vertrauensvollen Technologieaustauschs war es möglich, die großen technischen Herausforderungen zu bewältigen. Insbesondere die Anforderungen an kurze Latenzzeiten und die hohe Bandbreite führten dazu, dass auch im Bereich der Materialen große Fortschritte erzielt werden konnten. So wird jetzt beispielsweise, um eine höhere Steifigkeit und ein niedriges Gewicht zu erreichen, Kohlefaser eingesetzt.

Hierzu Marco Fainello, Leiter der Abteilung Vehicle Performance bei Ferrari: "Der dynamische Fahrsimulator von Moog erfüllt all unsere Anforderungen und Erwartungen an ein System, mit dem zum einen das Fahrzeugdesign getestet werden kann und zum anderen die Fahrer erweiterte Trainingsmöglichkeiten erhalten. Die zwei Jahre enger Zusammenarbeit mit Moog zur Entwicklung dieses Systems haben dazu beigetragen, dass wir heute ein Maximum an Nutzen aus einem High-Tech-Simulationssystem ziehen können".

Die Testfahrer von Ferrari nutzen bereits den neuen Simulator, der ihnen ein deutlich realistischeres Fahrgefühl vermittelt sowie eine präzise und sofortige Reaktion auf jedes Fahrmanöver bietet: "Wir nutzen den Fahrsimulator, um aktuelle und auch zukünftige Fahrzeugdesigns zu testen und neue Fahrer auf die verschiedenen neuen Formel-1-Strecken vorzubereiten. Wir können so für beide Szenarien die Fahrzeit auf der Teststrecke reduzieren und das Training unabhängig von Wettervorhersagen zuverlässig planen“, fügt Fainello hinzu.

Der Moog Fahrsimulator simuliert echte Rennstreckenbedingungen und wird zum Testen unterschiedlicher Fahrzeugeigenschaften eingesetzt, darunter beispielsweise der Einfluss der Flügel- oder der Bremseinstellungen auf die Leistung des Wagens. Die hohe Wiedergabetreue des Simulators erlaubt es dem Fahrer, die Unterschiede zu spüren, die durch bestimmte Modifikationen an einzelnen Fahrzeugkomponenten entstehen. Zudem unterliegen die Fahrer dadurch keinen Trainingseinschränkungen, was Zeit und Geld spart – ohne dabei gegen die Trainingsregeln der FIA zu verstoßen.

Pim van den Dijssel, Europäischer Vertriebsleiter bei Moog, fügt hinzu: "Wir haben bei der Fahrsimulator-Entwicklung in unserem Werk eng mit den Ingenieuren von Ferrari zusammengearbeitet. Daher freut es uns alle umso mehr, heute zu hören, wie positiv die Reaktionen der Ferrari-Testfahrer auf das neue System sind".

Ferrari forderte, dass der Fahrsimulator für hohe mechanische Frequenzen ausgelegt wurde, sodass die Fahrer eine möglichst realitätstreue Wahrnehmung des Fahrverhaltens bekommen und sehr viel höhere Beschleunigungen und Geschwindigkeiten als bei Standardsystemen erzeugt werden. Dies gehörte zu den anspruchsvollsten Herausforderungen des Projekts und führte dazu, dass Moog neue Aktuatoren entwickelte, um für die gewünschte Stärke und Steifigkeit bei niedrigerem Gewicht zu sorgen, was auch für das Cockpit von großer Bedeutung war. Eine höhere Bandbreite und geringere Latenz sorgen dafür, dass der Fahrsimulator präziser und schneller auf Lenkung und Bremsen anspricht und so den Testfahrern die notwendige Realitätstreue für eine korrekte Wahrnehmung und Beurteilung des Fahrverhaltens bietet.

Der Testpilot „fährt“ vor einem Megabildschirm, auf dem er einen Blickwinkel von über 180° hat. Zehn Mehrprozessor-Computer mit insgesamt 60 GB Arbeitsspeicher steuern das System und produzieren dabei ca. 5 GB Daten pro Tag. Auch für die Akustik ist gesorgt: Im Simulator ist ein 3.500 Watt Dolby Surround 7.1 Soundsystem integriert.

"Wir sind über den Erfolg des dynamischen Simulators für Ferrari begeistert. Moog kann im Bereich H2IL-Simulationen (eine Kombination aus „Hardware in the Loop“ und „Human in the Loop“) in einem Fahrsimulator sind ein Bereich, in dem wir auf über 20 Jahre Erfahrung zurückblicken – eine Zeit, in der Moog mit seinen Fortschritten in der Motion-Cueing-Technik Pionierarbeit leistete. Mit dem Ferrari-Softwaremodell erreichen wir dank einer weiterentwickelten Plattformkinematik und optimierter Bewegungsalgorithmen eine hohe Realitätstreue", fügt van den Dijssel hinzu.

Bei der Entwicklung des neuen Fahrsimulators für Ferrari war das ganze Motion-Control-Know-how von Moog gefragt. So wurde aus jedem Detail des Mechanikdesigns ein Schlüsselelement für die Verbesserung der Leistung des Gesamtsystems sowie des Fahrkomforts und der Fahrersicherheit. Der dynamische Fahrsimulator von Moog wird sicherlich ein zentraler Baustein im neuen Ferrari-Konzept für die Testwagen der Zukunft und den weiterhin großen Erfolg auf der Rennstrecke.

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Über Moog Industrial

Der Geschäftsbereich Moog Industrial entwickelt und produziert hochleistungsfähige elektrische, hydraulische und hybride Antriebslösungen für verschiedene industrielle Anwendungen. Moog Experten helfen Unternehmen aus den Gebieten Metallumformung, Kunststoffverarbeitung, Energieerzeugung (u.a. Windenergieanlagen), Test und Simulation, Maschinen der nächsten Generation zu entwickeln. Moog Industrial erzielte im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 591 Mio. USD an den über 40 Standorten weltweit. Moog Industrial ist ein Geschäftsbereich der Moog Inc. (NYSE: MOG.A und MOG.B), deren Umsatz 2,65 Mrd. USD in 2014 betrug.